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Eine Last voll Glück

This song is by Sinnflut and appears on the album Epik (2008).

"Damit kann man leben" denkt er sich
Nur weiß er nicht wie weit.
So legt er still die Zeitung auf das Brett
Und stellt sich vor, das Werk wär' sein.

Seit Kindesbeinen an war er schon hier
Und legte fleißig sich ins Zeug
Und während er die Zeitung brachte,
Hat er stets von dies und jenem
Und was er werden wollt' geträumt.

Doch zwanzig Jahre später noch
Trägt er die gleichen Stapel hin und her
Und immer noch mit diesen Händen,
Die gerne etwas anderes wär'n.

Oft stand er vorne an der Kasse
Und starb vor Sehnsucht fast und Neid.
Da er all' die Stifte sah
Stellte er sich vor, ein einzelner wär' sein.

"So wird's schon gehen" denkt er dann
Und strengt sich gleich besonders an.
Auch ist da jetzt ein kleines Lachen,
Auf seinen sonst so schmalen Lippen,
Doch frag' ich mich wie lang?

Denn noch immer trägt er mienenlos die Stapel
Und legt sie hin für den Verkehr
Und immer noch mit diesen Händen,
Die zu gerne etwas andres wär'n.

Mit all' der Zeit wuchs ihm ein Buckel,
Doch keiner wusste recht wieso.
Nur das er mehr trug, als die Last der Hefte,
Verstand man schnell als Illusion.

"Das ist das Leben" denkt er sich
Und weiß nicht mal wie recht er hat.
Früher schloss er immer dann die Augen,
Fasste Mut – hoffte tief und wünschte dann
Ein Haufen Glück und noch mehr Kraft!

Heute sinkt er nach der Arbeit oft in sich zusammen
Und streicht sich leicht auf seinem Rücken hin und her.
Und eben das mit diesen seinen Händen,
Die noch immer gerne etwas andres wär'n.

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