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Red Years, Black Years

This song is by Rome and appears on the album Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit (2011).

Red Years...

Ich reife in Dunkelheit
Bis meine Stimme wieder schwingt
Wieder Fanfare wird
Ich winde mich in deinen Schlaf
Ich brenne mich ins Glas
Ich sickere in die Erde
Ich wühle mich ins Gestein
Ich bohre mich ins Holz
Ich nage mich ins Tuch
Ich ätze mich unter die Haut
Ich fresse mich ins Fleisch
Ich kratze mich in die Knochen
Ich löse mich ins Mark

Sie besetzen meine Städte
Spannen Fangnetze
Werfen mich zwischen blutbefleckte
Kalkwände, in Tümpel
Kopfüber in Kerker und Käfige
In ein Gemenge aus Knochen
Knorpeln und Zähnen

Und bereits durchsetzt
Von Knechtung und Plünderung
Werde ich von der Strasse gezerrt
Auf Lastwagen geworfen
In Züge gesperrt

Und selbst in der Verbannung
Finden mich verirrte Kugeln
Findet mich die Axt
Das Beil, der Dolch

Hier, wo nun um die Entscheidungen
Gerungen wird
Klebe ich an feuchtblinkender Klinge
Liege auf kalter Schlafbank
Kaltem Lager

Aber ich werde mich auch dieses Mal
Zu retten wissen
Durch einen jähen Sprung
Aus dem Fenster
In Seitengassen, über Dächer

Und immer noch atme ich
In mit Blut zementierten
Freundschaften weiter
Die Türschwellen meiner Tempel
Und Konsulate
Feucht von Blut
Küssen und Tränen

...Black Years

Wäre das Aufgeben nun nicht doch ehrlicher?
Wer bisher noch zu uns gehalten hatte
Gab uns jetzt preis
Und wem es gelungen war
Der Zerstiefelung zu entkommen
Verstummte
Verschwieg die Angst
Die Sehnsucht
Wie rasch sich alles verflüchtigte
Wie rasch die Einheit zerbrach
Von den vielen die da anfangs zusammenstanden
Wurden immer mehr weggerissen
Isoliert
Bestochen
Bis auch wir uns verkrochen
Bis auch uns die Kultur entglitt
Wir liessen uns täuschen von dem wenigen
Was uns von draussen erreichte
So wertvoll und ermutigend es war
Wir vergassen darüber die Nacht
Und die Verseuchung
Die alles Erblühende
Alles Befreiende
Bald Erwürgte
Entweihte
Ich kenne nur noch Zersplitterung

War unser Anfang auch gleich
Wussten wir uns einst auch eins
Mit den stillen Dingen
Selbst in den Wirren der Klingen
Bleiben wir nun
Allesamt unentschieden
Und haben es stets vermieden
Allzu freundlich zu sein