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Epistel Nr. 7 - Schön Ulla schlief, die Hand unterm Ohr

This song is by Manfred Krug and appears on the album Michael Bellman ‎– Fredmans Episteln an diese und jene aber hauptsächlich an Ulla Winblad (1968).

Original video
Spoken poem:

Schön Ulla schlief, die Hand unterm Ohr
In ihrem Bettgestelle
Der alte Krüger schnüffelte vor
Schön Ullas Kammerschwelle!
Vorn im Krug, glaub Bruder mir
Warteten durstig die Prasser
Kriegten weder Schnapas noch Bier
Kaum einen Tropfen Wasser!
Denn der Alte auf den Zeh'n
Ist hin zum Bett geschlichen
Zupft am Deckbett und musst' geh'n
Musst' zu den Ärgerlichen!

Ulla hustet
Fror und prustet
Angelte nach dem Plumeau
Bumst und reckt sich
Und bedeckt sich
Und war wieder froh!

Ein Regenbogen glitzerte bunt
Durch einen Silberschauer
Des Wirtes Hänfling zwitscherte und
Hüpfte herum im Bauer!
Zephir, der die Schläfer neckt
Machte die Fenster erbeben
Ulla, aus dem Schlaf geschreckt
Konnt' kaum die Lider heben
Rechtshin, linkshin warf sie sich
Als ob sie sterben müsste
Gähnte gottesjämmerlich
Und kratzte sich die Brüste!

Drauf sie grinste
Schräg sie linste
Nach dem alten Kleiderstock
Sucht die Schuhe
Knöpft in Ruhe
An den Unterrock!

Mit Wein hat sie den Busen genetzt
Mit Rosenduft ein Quentchen
Die Perlschnur um den Arm legt sie jetzt
Und um den Hut ein Bändchen!
Und ein Zephir in der Luft
Hielt ihr den Spiegel gerade!
Einer mengte süßen Duft
In Flor, Tüll und Pomade!

Eine Pfirsichaut, ein lächelnder Mund
Zwei Alabasterbrüste
Ach Himmel! Jede kommende Stund'
Entfachte neue Gelüste!
Doch von aller Glut und Pracht
Die unser Herze verdammen
Brannt' mit hold'ster Zaubermacht
Der Augen schöne Flamme!
"O, wenn Ulla Tunichtgut
Ein Wimperlein beweget
Wird das warm' und kalte Blut
In mir aufgereget!

Ein Geträller
Feiner, heller
Als des Morgens Lerche girrt!
Solche Lieder
Gibt's nicht wieder!"
Grunzte Vater Wirt!

Nie sah den Wirt man so voll Pein
Und nie so voller Glücke
Vorm Stuhl kniend schob er an Ullas Bein
Das Strumpfband fief zurücke
Zog den Schuh ihr aus und glitt
Zart mit dem Tuch übers Leder
Wenn sie gähnte, gähnte er mit
Der alte Schwerenöter!
Ihren Hals ein Würfeltuch
Von Seide gelb bedeckte
Das vor lüsternem Versuch
Die weiße Brust versteckte!

Schön Ulla lief, den blauen Salopp
Und Pontac umgeschlagen
Zum Krug hin, wo ein Tässchen sie hob
Mit Süßschnaps für den Magen!
Zuckerzwieback fein und rund
Sie in das Mäulchen sich stopfte
Venus schlief in Glases Grund
Vom Rande Bacchus tropfte!
Jeden Zecher da durchfuhr
Glückseligkeit und Frieden
Dicken Mann mit Silberuhr
Wie armen Invaliden!

Götterweihen
Ach, verleihen
Ullas Kuss und Alkohol
Krügers Läden
Sind in Schweden
Unerreicht! Sein Wohl!

Doch Himmel, welche Glücksänderung
Der allerliebsten Szene
Im Türstock steh'n, mit grausigem Sprung
Vier krumme alte Hähne!
Einer einen Säbel schleppt
Den langen Strick hielt der Zweite
Nummer Drei, blind und bedeppt
Zog Ulla fort ins Weite!
Lärm, Geheul mit einemmal
Schön Ullas Jammerschreie
Wer da saß, saß leichenfahl
Der Krüger flennt für Dreie!

Auf der Hausbank
Vor dem Ausschank
Lag noch Ullas Branntweinglas
Ausgenippet
Umgekippet
So ein Fest war das!

Leb, Nymphe, wohl! Apollo mir lieh
Die Gabe, dich zu malen
Fort gingst du doch herrlich wie nie
Wirst du im Lied erstrahlen!
Von deinen Rivalinnen
Keine so hab' ich erhoben
Lauthals wie Vestalinnen
Wenn sie die Vesta loben!
Hülle dich in hären Tuch
Spinn Flachs, sing fromme Lieder
Spinn, lies dein erbaulich Buch
Dein Stern, er kehret wieder!

Tage schreiten
Jahreszeiten
Glaub, dass bald aus dem Verlies
Amors Wagen
Heim dich tragen
In sein Paradies!

Written by:

Original Swedish lyrics by Carl Michael Bellman Wikipedia16
German version by Peter Hacks Wikipedia16