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​Die Tote

This song is by Konstantin Wecker and appears on the album Die sadopoetischen Gesänge des Konstantin Amadeus Wecker (1973).

Neulich starb in unserer Straße ein sehr junges, hübsches Mädchen
Und ich hab' sie kaum gekannt, sie war neu in unserm Städtchen
Sie war Waise aber hatte einen schönen großen Mund
Um die Hüften war sie dicklich, und der Busen war sehr rund

Als sie lebte, hab' ich sie kaum gesehen und ich war
Nicht verliebt, mir gefiel nur ihr tiefschwarzes glattes Haar
Und nach altem Brauche wurde sie im Leichenschauhaus ausgestellt
Niemand klagte, und sie schlief sehr allein in dieser Welt

Und ich muss es euch gestehen, ich stand oft vor ihrem Sarg
Habe sie mir angesehen, und sie lächelte sehr karg
Nun bin ich beileibe weder nekrophil noch sonst verdreht
Nur ich weiß, dass eine Tote leben kann, wenn man's versteht

Richtig und mit schönen Worten, einmal nur mit ihr zu reden
Und ich tat's und sie begann in mir wieder aufzuleben
Und ich trug sie eines Abends, wie sie war, zu mir nach Hause
Wusch sie, kämmte ihr das Haar, denn das war vom Totsein krause

Ihr versteht, ich wollte helfen, sie war kalt und war allein
Und ich habe sie gewärmt und es musste einfach sein
Dass ich nach sehr langen Nächten des Gesprächs mit ihr
Und mir mich verliebte, und sie wurde nachts im Bett mein weiches Tier

Ihr habt sie mir fortgenommen und ich weiß, sie wollte bleiben
Jetzt in ihrem dunklen Grab muss sie einsam sein und schweigen
Ihr habt sie mir fortgenommen, ich versteh', ihr wart uns neidig
Wisst ihr noch, ihr Haar, das glänzte erst bei mir so blau und seidig!

Erst bei mir ist sie geworden, was sie immer werden wollte
Und ich kann es nicht begreifen, weshalb ich verrückt sein sollte
Und ich kann es nicht begreifen – hörtet ihr ihr Herz nicht pochen? –
Weshalb, weshalb einer von euch sagt, es hätt' nach faulem Fleisch gerochen

Music by:

Frédéric Chopin Wikipedia16

Lyrics by:

Konstantin Wecker