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Schon 500 Jahre lang

This song is by Joana Emetz and appears on the album Mit ungebrochenen Schwingen (1981) and on the album Wenn ich doch ein Wolf wär (1992).

Wie siehst du uns, weißer Bruder, den roten Menschen auf beiden Inseln im Land
In das du einst über's große Wasser kamst und es Amerika genannt?
Mal edelmütig, mal blutrünstig-wild in deinen Western und Moritaten -
Immer noch Tapferkeitsbeweis für Conquistadoren und deine ruhmreichen Soldaten?
Schau die Wahrheit an - so wie einst deine Ahnen über unser blühendes Land gefegt
Uns zerstörten wie eine Blume, der man im Vorbeigeh'n den Kopf abschlägt!

So ist uns're Geschichte noch heute - ein Schmerzvoller Untergang
Demütigung, Gewalt und Betrug, schon fünfhundert Jahre lang -
Schon fünfhundert Jahre zu lang!

Was fühlst du, weißer Bruder, wenn du hörst von der Tyrannei
Der Konzerne, die uns Indios gegen Hungerlohn schinden in den Minen von Kupfer und Blei -
Und der Großgrundbesitzer Gewalt, die uns antreiben wie eine Herde
Auf den Plantagen wie Sklaven uns halten, auf unserer eigenen Erde?
Bittere Armut und Krankheit und Hunger und Leid, das ist unser tägliches Brot -
Uns're Sprache verboten - uns're Kinder gestohlen und vielförmig-täglicher Tod!

Wir wollen nicht länger auf Knien leben, uns berfrei'n von Ausbeutung und Zwang!
Das Schweigen der Bitterkeit liegt über uns, schon fünfhundert Jahre lang -
Schon fünfhundert Jahre zu lang!

Was hörst du, weißer Bruder, über uns, die wir im Norden zwischen Almosen und Repressionen
Mit fremder Kultur, fremdem Gott, fremden Werten eingepfercht sind in Reservationen?
Schlechte Nahrung, keine Arbeit und wie man uns einst mit Waffen und Whysky dressiert
So werden wir heute, mit leiser Gewalt, weiter rücksichtslos 'yankiisiert'!
Uns're Sanftmut endet! Vor dem Weltenrat fordern wir: Hört auf uns einzujochen!
Und haltet gültige Verträge ein, die ihr immer wieder gebrochen!

Entlasst uns aus der Freiheit, die ihr meint, denn für uns ist sie Untergang!
Wir erdulden den unmenschlichen "way of life" schon fünfhundert Jahre lang -
Schon fünfhundert Jahre zu lang!

Was denkst du, weißer Bruder, über das Wort, das ich heut' an dich richte?
Du bist uns nicht nur in der Schöpfung verwandt - du bist Teil uns'rer tödlichen Geschichte!
Alles, was du uns angetan und noch tust, geschieht weiter, solang du drängst
Nach dem Gold, an dem du unersättlich, verheerend und unselig hängst!
Du willst wachsen und wachsen und ohne Ehrfurcht uns're heilige Mutter Erde niederzwingen
Statt den Willen des Großen Geistes zu leben in Harmonie mit allen lebendigen Dingen!
Wir und uns're Verwandten, die Vierbeinigen, die Geflügelten und alle, die leben im Meer
Ertragen die grausame Plünderung keine fünfhundert Jahre mehr -
Keine fünfhundert Jahre mehr!
Keine fünfhundert Jahre mehr -
Keine fünfhundert Jahre mehr!

Hilf mit, weißer Bruder, tu etwas! Auf dass du nicht dereinst
Am Fluss der Geschichte sitzen wirst und hoffnungslos mit uns weinst!

Music by:

Discogs1 Susanne Grawe & Christian Schneider-Satyr Wikipedia16

Lyrics by:

Joana Emetz

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