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​Kleine Geistliche Konzerte, Part II: Ich Will Den Herren Loben Allezeit, SWV 306

This song is by Heinrich Schütz.

Ich hab mein Sach Gott heimgestellt,
er machs mit mir, wie’s ihm gefällt.
Soll ich allhier noch länger leben,
ohn Widerstrebn
seim Willen tu ich mich ergebn

Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will;
ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel.
Es sind gezählt all Härlein mein,
beid groß und klein;
fällt keines ihn den Willen sein.

Es ist allhier ein Jammertal,
Angst, Not und Trübsal überall;
des Bleibens ist ein kleine Zeit
voll Müh und Leid,
und wers bedenkt, ist stets im Streit.

Was ist der Mensch, ein Erdenkloß,
von Mutterleib kömmt er nacket und bloß,
bringt nichts mit sich auf diese Welt,
kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich,
wenn er hinfällt.

Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut,
kein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut;
fürn Tod kein Kraut gewachsen ist;
mein frommer Christ,
alles, was lebet, sterblich ist.

Heut sind wir frisch, gesund und stark
und liegen morgen tot im Sarg;
heut blühen wir wie Rosen rot,
bald krank und tot;
ist allenthalben Müh und Not.

Man trägt eins nach dem andern hin,
wohl aus den Augen, aus dem Sinn;
die Welt vergisset unser bald,
ob jung, ob alt
auch unsrer Ehren mannigfalt.

Ach Herr, lehr uns bedenken wohl,
daß wir sind sterblich allzumal,
auch wir allhier kein Bleibens han,
müssn all davon,
gelehrt, reich, jung, alt oder schön.

Das macht die Sünd, du treuer Gott,
dadurch ist komm’n der bittre Tod,
der nimmt und frißt all Menschenkind,
wie er sie findt,
fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind.

Ich hab hier wenig guter Tag,
mein täglich Brot ist Müh und Klag.
Wann mein Gott will, so will ich mit hinfahrn in Fried;
Tod ist Gewinn und schadt mir nit.

Und ob mich schon mein Sünd anficht,
dennoch will ich verzagen nicht;
ich weiß, daß mein getreuer Gott
für mich in’ Tod
sein’ liebsten Sohn gegeben hat.

Das ist mein Trost zu aller Zeit
in allem Kreuz und Traurigkeit.
Ich weiß, daß ich am Jüngsten Tag
ohn alle Klag
Wird auferstehn aus meinem Grab

Mein’ lieben Gott von Angesicht
werde ich anschaun, dran zweifl ich nicht,
in ewger Freud und Seligkeit,
die mir bereit’;
ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit