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Krieg dem Kriege

This song is by Gisela May and appears on the album Gisela May singt Tucholsky (1967) and on the album Tucholsky - Heute zwischen gestern und morgen (1990).

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Krieg dem Kriege
Geschrieben Neunzehnhundertneunzehn

Sie lagen vier Jahre im Schützengraben
Zeit - große Zeit!
Sie froren und waren verlaust und haben
Daheim eine Frau und zwei kleine Knaben
Weit, weit
Und keiner, der ihnen die Wahrheit sagt
Und keiner, der aufzubegehren wagt
Monat um Monat, Jahr um Jahr
Und wenn mal einer auf Urlaub war
Sah er zu Hause die dicken Bäuche
Und es fraßen dort um sich, wie eine Seuche
Der Tanz, die Gier, das Schiebergeschäft
Und die Horde alldeutscher Skribenten kläfft:
"Krieg! Krieg!
Großer Sieg!
Sieg in Albanien und Sieg in Flandern!"
Und es starben die Andern, die Andern, die Andern

Sie sahen die Kameraden fallen
Das war das Schicksal bei fast allen
Verwundung, Qual wie ein Tier, und Tod
Ein kleiner Fleck, schmutzigrot
Und man trug sie fort und scharrte sie ein -
Wer wird wohl der nächste sein?

Und ein Schrei von Millionen stieg auf zu den Sternen
Werden die Menschen es niemals lernen?
Gibt es ein Ding, um das es sich lohnt?
Wer ist das, der da oben thront
Von oben bis unten bespickt mit Orden
Und nur immer befiehlt: "Morden! Morden!"
Blut und zermalmte Knochen und Dreck -
Und dann hieß es plötzlich, das Schiff sei leck
Der Kapitän hat den Abschied genommen
Und ist etwas plötzlich von dannen geschwommen
Ratlos stehen die Feldgrauen da
Für wen das alles? Pro patria?

Brüder, Brüder, schließt die Reih'n!
Brüder, das darf nicht wieder sein!
Geben sie uns den Vernichtungsfrieden
Ist das gleiche Los beschieden
Unser'n Söhnen und euer'n Enkeln -
Sollen die wieder blutrot besprenkeln
Die Ackergräben, das grüne Gras?
Brüder, pfeift den Burschen was!

Es darf und soll so nicht weitergeh'n
Wir haben alle, alle geseh'n
Wohin ein solcher Wahnsinn führt!
Das Feuer brannte, das sie geschürt
Löscht es aus! Die Imperialisten
Die da drüben bei jenen nisten
Schenken uns wieder Nationalisten
Und nach abermals zwanzig Jahren
Kommen neue Kanonen gefahren

Das wäre kein Friede, das wäre Wahn
Der alte Tanz auf dem alten Vulkan
"Du sollst nicht töten!", hat einer gesagt
Und die Menschheit hört's, und die Menschheit klagt
Krieg dem Kriege -
Und Friede auf Erden!

Music by:

Günter Hauk Wikipedia16

Lyrics by:

Theobald Tieger Wikipedia16

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