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Der August (Nun hebt das Jahr die Sense hoch)

This song is by Gisela May and appears on the album Die dreizehn Monate (1984).

Der August

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
Und mäht die Sommertage wie ein Bauer
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen
Nichts bleibt, mein Herz - und alles ist von Dauer!

Stockrosen stehen hinterm Zaun
In ihren alten, brüchigseid'nen Trachten
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun
Mit Schleiern vorm Gesicht, schau'n aus wie Frau'n
Die eine Reise in die Hauptstadt machten

Wann reisten sie? Bei Tage kaum
Stets leuchteten sie golden am Stakete
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
An ihnen abschiedssüß vorüberwehte?

In Büchern liest man groß und breit
Selbst das Unendliche sei nicht unendlich
Man dreht und wendet Raum und Zeit
Man ist gescheiter als gescheit -
Das Unverständliche bleibt unverständlich

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle

Nichts bleibt, mein Herz. Bals sagt der Tag Gutnacht
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht
Ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer
Dann wünsche deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz - und alles ist von Dauer!

Music by:

Manfred Schmitz Wikipedia16

Lyrics by:

Erich Kästner Wikipedia16