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​Der blasse Gustav

This song is by Gerhard Bronner and appears on the single Der blasse Gustav (1953).

Original video
Heute zieht der blasse Gustav reine Socken an
Frisch gewaschen von Frau Schulz, bei der er wohnt
Schmiert mit feinster Brillantine seine Locken an
Nimmt das Hemd aus Nylon, das er sonst so schont
Denn sein Sportverein der 'Eintracht' heißt
Gibt heut' einen Ball

An der Haltestelle von der Vierer Straßenbahn
Trifft er Paula, seine sogenannte Braut
Die hat heute ihren himmelblauen Pulli an
Den der Gustav ihr im KaDeWe geklaut
Denn sein Sportverein der 'Eintracht' heißt
Gibt heut' einen Ball

So geh'n sie beide sehr vergnügt in das Vereinslokal
Wo sie der Vorstand mit den Worten gleich begrüßt:
"Die pe-te Gäste werden höflichst gebeten
Die Tanzlokalität ohne Messer zu betreten!"
Worauf der blasse Gustav ohne lange zu reden
Sein Messer deponiert -
Was ihm der Vorstand ohne weit'res quittiert

Da fängt mit Schwung und Elan
Ein schräger Jitterbug an
Gespielt von 'Emil Papenhuders Golden Band'
Aus Westend
Und mit Elastizität
Auf die die Paula so steht
Schleift der Gustav sie sofort auf das Parkett
Es ist übervoll und heiß im Saal
Denn der Sportverein der 'Eintracht' heißt
Gibt heut' einen Ball

Der Pianist, der improvisiert
Den Schlager Reich mir doch noch einmal deinen Mund
An einer stelle hat er sich geirrt
Worauf der Gustav sagt: "Das ist ein blöder Hund!"
Aber gleich nebenan
Steht ein junger Mann
Der glaubt, dass ihn der Gustav nur gemeint haben kann

Und er ist über diese Randbemerkung sehr deprimiert
Der blasse Gustav hat ihm nämlich mal die Paula entführt
Doch hasst er Schlägerei'n
Speziell im Sportverein
Drum beißt er nur den Gustav in die Nase hinein
Unser Gustav ist platt
Er weiß sich keinen Rat
Weil er's Messer blöderweise in der Garderob' liegen hat
Aber gleich d'rauf wird ihm besser
Denn ihm fällt ein, die Paula hat ja auch ein Messer!
Er gibt, so wie ein alter Ringer
Seinem Gegner einen Schwinger

Durch diesen Schwinger fliegt der and're über's Tanzparkett
Doch beinah' grad' so schnell ist wieder er zurück
Er gibt dem Gustav einen Tritt, dass ihm das Bein kracht
Worauf der blasse Gustav gleich zu Boden, wie ein Stein, kracht
Worauf der Vorstand ruft: "Meine Herr'n, wir heißen Eintracht!
Wir dienen nur dem Sport
Jedoch was Sie hier treiben, grenzt schon an Mord!"

Jetzt nimmt der Gegner eine Flasche
Da sagt Gustav: "Paula, gib mir's Messer aus der Tasche!"
Doch die Paula schreit: "Der Teufel soll's holen
Jetzt hat mir wer dir Tasche gestohlen!"

Aber da der blasse Gustav niemals ehrlos war
Hielt er stand, obwohl er wusste, er verliert
Und da er sich auch noch wehrte, als er wehrlos war
Hat der Vorstand ihn dann holznarkotisiert
Paula schleppt' ihn schließlich zu sich nach Haus'
Und hat ihn kuriert

Doch nächste Woche zieht der blasse Gustav wieder reine Socken an
Frisch gewaschen von Frau Schulz, bei der er wohnt
Schmiert mit feinster Brillantine seine Locken an
Nimmt das Hemd aus Nylon, das er sonst so schont
Denn sein Sportverein der 'Eintracht' heißt
Gibt wieder einen großen Ball

Written by:

Gerhard Bronner