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Gelobtes Land

This song is by Franz Josef Degenhardt and appears on the album Spiel nicht mit den Schmuddelkindern (1965).

Da, wo ein Wolf die Pfote gibt
Sorglos zwischen Lämmern lebt
Möcht ich Hirt und Jäger sein.
Da, wo man jeden Krieg gewinnt
Und wo aus Disteln Rotwein rinnt
Möcht ich Soldat und Bauer sein.
Wo man zum Fischfang lauthals Lieder singt
Und wo ein Sänger sogar fette Fische fängt
Möcht ich Poet und Fischer sein
Möcht ich Poet und Fischer sein
Poet und Fischer sein.

Wo man zum Frühstück Lämmer brät
Und da, wo nie ein Wanst entsteht
Möchte ich Vielfraß und Dressman sein.
Wo Frauen nach dem zehnten Kind
Noch feurig und verträglich sind
Möcht ich Galan und Gatte sein.
Da, wo ein Kind nach Elternwunsch gerät
Und Eltern Dinge tun, die das Kind versteht
Da möcht ich Sohn und Vater sein
Da möcht ich Sohn und Vater sein
Sohn und Vater sein.

Wo man mit Nonnen Rauschkraut kaut
Und statt Kerker Klöster baut
Möcht ich Mönch und Laie sein.
Da, wo man Krüppeln Wagen schenkt
Und sagen darf, was man sich denkt
Möcht ich Herr und Genosse sein.
Da wo man stirbt und trotzdem weiterlebt
Auch der mit seiner Hand nur immer Gläser hebt
Möcht ich tot und lebendig sein
Möcht ich tot und lebendig sein
Tot und lebendig sein.

Schlaraffia und Kanaan
Ardistan, Kommunistan
Wo ist das gelobte Land?
Das man so en passant, ganz leicht
Und notfalls auch zu Fuß erreicht?
Das Gelobte Land?
Nicht in der Herde, die ein Zischler treibt
Und die dann nachher doch im Reisberg steckenbleibt
Vor dem gelobten Land.