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Komm, sing uns mal ein schönes Lied
Komm, sing uns mal ein schönes Lied
Eines, wo man sich so richtig gut nach fühlt
Eins, das nicht in Schmutzgefühlen wühlt
Wohl makaber, aber unterkühlt
Vertraut, verspielt
Verspielt, vertraut
Und nicht zu laut

Nun gut: Hier ist ein schönes Lied
Eines, das euch in den Halsspeck geht
Schließt die Augen halb, und dreht die Lampen klein
Schmaucht's Pfeifchen und gießt Gin und Tonic ein
Macht auf Tiefsinn, decket Bein mit Bein
Zum Scherz und Schein
Und Schein und Scherz
Massiert das Herz

Im Busch, nah bei Quang Ngai, fand
Ein gebranntes Kind die Hand
Eines Generals mit Ringen, gold und schwer
Die Steine biß es raus und kroch zum Meer
Und für ein altes Boot gab es sie her
'S war leck und leer
Und leer und leck
Verkohlt das Deck

Doch nichts verstopft ein Leck so gut
Wie Asche und ein bißchen Blut
Und niemand weiß so viel wie ein gebranntes Kind
Als Segel hängt ein Khakihemd im Wind
Der auch nicht weiß, wo jene Blumen sind
Gepflückt geschwind
Geschwind gepflückt
Im Traum entrückt

Da treibt das Kind zu jenem Land
Da riecht die Erde nie verbrannt
Und jeden Tag, da gibt es viele Hände Reis
Haut und Haar und Wind und Wasser sind nicht heiß
Auf Blumenbooten blähen Segel weiß
Weht lind und leis
Und leis und lind
Ein Lied im Wind

Und wird vielleicht ein starker Mann
Der, was er will, auch haben kann:
Viele Kinder, dick, mit Händen und gesund
Ein Reisfeld, einen Büffel, einen Hund
Der jeden, der mit Feuer spielt, reißt und
Bekannt und bunt
Bunt und bekannt
Ist in dem Land

So treibt das Boot, so träumt das Kind
Was meint ihr, wann sie drüben sind?
Dann, wenn hinterm Mond ein Stern zerplatzt ist, dann
Wenn grüne Luft nichts weiter sein kann
Als Regenbogenlicht, dann kommt es an
Mit Maus und Mann
Und Mann und Maus
Das Boot zu Haus

Nun, war das nicht ein schönes Lied
Nun, war das nicht ein schönes Lied?
Eines, wo man sich so richtig gut nach fühlt?
Eins, das nicht in Schmutzgefühlen wühlt?
Wohl makaber, aber unterkühlt
Vertraut, verspielt
Verspielt, vertraut
Und nicht zu laut?

Written by:

Franz Josef Degenhardt