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​Einbruch bei Tante Klara

This song is by Claire Waldoff.

Original video
Jeden Abend, wenn die Tante Klara
Ihre sanften Formen abgelegt
Tut sie einen Blick noch unters Lager
Ob sich etwa dort wer hingelegt
Und befriedigt tut sie sich die gefärbten Härchen flechten
Wenn sie unterm Bett nicht sieht, als das, was man braucht in Nächten

Alsobald legt sich die Tante Klara
In ihr weißes Federbett hinein
Achtundvierzig lange, bange Jahre
Schlief die Jungfrau darin ganz allein
Aber manchmal seufzt' sie ob ihrer ungenoss'nen Jugend
Wälzte schlaflos sich im Bett und verfluchte laut die Tugend

Aber einst, wie sie sich niederbeugte
Unter ihrem Bette nachzuschau'n
Lag ein Mensch dort unten, der beäugte
Tante Klara - die empfand ein Grau'n!
Dass sie nicht in Ohnmacht fiel blieb ihr ewig unverständlich
Und sie sagte zu dem Kerl nicht als: "Ach, da sind sie endlich!"

Doch der Dieb ist schnell hervorgekrochen
Hat die Tante Klara schwer bedroht
Dass das arme Wesen noch nach Wochen
Schlich umher wie der leibhaft'ge Tod
Ach, der Dieb begnügte sich nicht allein mit den Moneten
Tante Klara hat umsonst sein Benehmen sich verbeten

Als man sie dann aufs Gericht zitierte
Sprach sie von geraubtem Gold allein
Weil das And're sie so genierte
Betend, dass man nie den Dieb fing ein!
Aber manchmal in der Nacht brannten Tante Klaras Wangen
Und da war es ihr, als käm' wieder so ein Dieb gegangen

Music by:

Käte Hyan

Lyrics by:

Hans Hyan Wikipedia16