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Die Hungerkünstlerin

This song is by Blandine Ebinger and appears on the compilation Das Deutsche Chanson und seine Geschichte(n) - 100 Jahre Brettlkunst, Teil 2 (2012).

This song has been covered by Tim Fischer under the title "Die Hungerkünstlerin".
Weil ick zuhause viel jehungert habe
tgab schließlich ich der heiljen Kunst mir hin - tach, tach, tach
Stolz nenn ick mir 'Das Meechen aus dem Jrabe'
Jenannt 'Fakira - Hungakünstlerin'
In einen Käfig ohne Tür und Ritzen
Aus dickem Jlas wie in Aquarium
Sieht man mir sechsensechzig Tage sitzen
Und jarnischt essen, wertes Publikum!
Ick wirke manchmal wie ne Offenbarung
Det rührt von meinen blassen Antlitz her -
Paar Flaschen Wasser dienen mir zur Nahrung
Ick hab ans Leben keine Wünsche mehr!

Vor hohe und vor allerhöchste Kreise
Hab ick jehungat, wat mir tief bejlückt -
Ick hab von Kaiser Wilhelm Junstbeweise
Er hat in Breslau mir die Hand jedrückt!
Det der bejeistert war, kann ick bejreifen
Der hatte ja noch keenen hungern sehn -
Ick aber mach mir nüscht aus Kranz und Schleifen
Ick möchte mal mit jemand essen jehn!
Denn von den vielen Hungarn krigt man Hunger
Wat ick vadiene is een Hungerlohn -
Ick träum vor Restorangs herumzulungan
Mit süßem Bratenduft und Jrammophon!

Denn stehe ick in anatomschen Werken -
Een Unikum, wo man nur einmal hat -
Fakira ließ vor andre sich nischt merken
Doch eines Tags war sie des Hungerns satt!
Sie war noch jung und is nich alt geworden
Abbildung drei zeigt deutlich ihr Schkelett
Abbildung vier, die allerhöchsten Orden -
Sie starb - sie starb an einen Kalbskotelett!

Written by:

Friedrich Hollaender